Für immer und ewig Das Wasser des Flusses fließt so wie gestern, so wie heute, so wie morgen: mal ruhig, mal stürmisch - immerfort. Es ist wie mit meiner Liebe. Sie fließt zu Dir so wie gestern, so wie heute, so wie morgen: mal ruhig, mal stürmisch - wie der Fluß der fließt für alle Zeit !
Halt mich Auf einem Stein inmitten sonnenglitzernden Wassers genieße ich die Wärme, rieche ich den Fluß, spüre ich den Wind - der mich umgibt von allen Seiten Er hält mich, solange ich es möchte. Das wünsche ich mir von Dir: halt mich ganz ganz lange, unendlich - bis die Zeit mit uns eins wird.
Vollmond Mond, der Du voll am Himmel hängst, läßt dem Schwarz der Nacht keine Chance, die Erde in Finsternis zu tauchen. Stärker ist das glänzende Strahlen als die Mattheit des Dunkels - wenn auch nur für diese Nacht.
Einsicht I Habe nie geglaubt, daß die Medaille zwei so verschiedene Seiten haben kann. Heute bin ich klüger ! Immer noch fast blind von dem Glanz der einen, zutiefst erschüttert von der Fahlheit der anderen Seite.
Einsicht II Sie trägt zwei Gesichter mit sich herum. Damals für mich unerkennbar. Es bedurfte der bitteren Erfahrung, beide wahrzunehmen. Schrecklich, mit ansehen zu müssen, wie sie zum Monster wurde: zwei Gesichter nebeneinander - auf einem Hals.
Zeitlos Die Zeit sie läuft unaufhaltsam. Der Mensch, über vieles erhaben, würde am liebsten sie manchmal anhalten wollen. Die Zeit sie läuft unaufhaltsam. Auch diesmal vom Menschen nicht aufzuhalten: und das ist gut so.
Wolkenbruch Damals konnte ich mich fallen lassen bei ihm. Es war so, als ob ich auf Wolken landete, unbeschreiblich schön ... Dann - völlig unerwartet - rissen die Wolken auf - ein Loch - und ich fiel durch ohne Halt knallte zu Boden. Trage heute noch die Wunden die nicht heilen wollen.
Festung Stein für Stein legte er um mich, bis sie stand die Mauer, die mich hielt fest umschlossen. Anfangs war sie Schutz, später Bedrohung. Nahm mir nicht nur die Luft zum Atmen. Erschütterung brachte den Riß in ihr. Letzte Hoffnung, die geblieben, sprengte sie. Um mich herum liegen nun die Trümmer, die es wegzuräumen gilt, sobald die Kraft zurückgekehrt.
Eissplitter Unter mir schmilzt das Eis. Hier und dort reißt es ein, bricht es auf. Mit wackligen Beinen rutsche ich zum Ufer - das noch weit entfernt - in der Hoffnung, heil anzukommen, ohne einzubrechen ... und zu erfrieren.
Eingeäschert Der Wind steht gut ! Ich verbrenne Dein Bild mit der Gewißheit, daß mir der Rauch nicht ins Gesicht bläst. Zurück bleibt nur Asche: das ist aber auch alles.
Wie eine Krankheit Hast mich befallen wie eine Krankheit. Schwächst mich eine zeitlang. Irgendwann bin ich immun. Mein Widerstand wird Dich abschmettern dann, Krankheit, deren Tage gezählt.
Oase Lasse Dich tragen inmitten des Meeres von der Leichtigkeit der Wogen hin zu der Insel, auf der auch Du Dich wirst ausruhen können, irgendwann, früher oder später ...
Jahreszeitenwechsel Schneegänse ziehen südwärts im Dunkel der Nacht. Kehren der schleichenden Kälte des Winters den Rücken und nehmen den Weg zum ewigen Sommer mit freudigem Kreischen.
Lebenskraft Das Feuer auszulöschen wäre Dir fast gelungen. Doch gegen den Windstoß, der es weiterbrennen ließ, kamst selbst Du nicht an. Mittlerweile lodert es wieder, daß die Funken sprühen.
Endlich I Heute nun lege ich es ab. Befreie mich vom schwarzen, mit Tränen befleckten Kleid. Zu eng schnürte es mich bis zum Hals. Tausche es gegen das weiße, mit Lächeln geschmückte Gewand. Genieße den flatternden Stoff um mich herum, der wieder Luft mir zum Atmen läßt ... endlich !
Abschied für immer Uns am tiefen Abgrund gegenüberstehend verweilen wir noch ein letztes Mal. Sehe vage Deinen in der Ferne gezeichneten Umriß bald verschwinden. Drehe nun um, gehe fort und frage mich, ob Du wohl noch etwas von mir wahrnimmst. Vielleicht den Dir zugewandten Rücken, der Abschied für immer bedeutet ?
Erregung In Gedanken bin ich bei Dir, bin Dir nah. Spüre Deinen Atem auf meiner Haut. Fröstelt mich nicht vor Kälte. Umschließe Dich mit Vorsicht möchte Dich nicht erdrücken Du sollst spüren, daß ich da bin.
Weihnachtszeit - Besinnungszeit
(Weihnachtsmarkt-Impression) Gehe und lasse zurück die Einsamkeit. Tauche ein in Massen von Menschen. Um mich Leben mittendrin taumeln ohne Ziel. Lasse mich tragen von ihnen den Massen von Menschen. Hastig eilend umher unter ihnen - doch immer noch allein. Befreie mich fast bewußtlos getrieben zurück zu ihr - der Einsamkeit - wartend auf mich. Besinne mich und empfinde Glück allein zu sein.
Freier Fall Hinabstürzen ins Dunkel gezogen in die Tiefe angelangt am Punkt wo Hoffnung und Gleichgültigkeit sich abwechseln. Egal, wie es zu Ende geht, wissend, es geht irgendwie irgendwann irgendwo ...
Nur noch Rauschen ... Davongefahren der Zug des Lebens. Anschluß verpaßt. Stehe da schaue hinterher höre nur noch das Rauschen der Räder auf den Gleisen.
Unendliche Weite Wie eine Sternschnuppe tauchtest Du auf: faszinierend und hell. Gefangen in Sehnsucht Dich zu halten verglühtest Du der scheinbar momentelang zum Greifen nah vor meinen Augen, die fassungslos das Geschehene begriffen.
Verzweifelt im Bann des Glanzes am Firmament erkannte ich plötzlich die unendliche Weite zwischen Dir und mir - die unüberwindbar.
Sommernachtstraum Allein sein mit mir und den Gedanken die schweifen ohne Grenzen falle ganz tief versinke und bette mich in Träume wohlige Wärme umgibt und hält mich eine Weile. Fröstelnde Kälte holt mich zurück. Allein, immer noch allein.
Liebesglück Weißt Du noch in den Nächten der Zweisamkeit umhüllt von magischen Klängen die uns verzauberten. Zusammen erlebten wir Glück momentelang im Traum ohne Zwang spürten nur noch uns einander zugewandt getaumelt betrunken vom Liebesglück.
Herbstzeitlose Honiggelbes Laub getupft vom Purpurrot im bunten Gewand ein letztes Mal leben - scheinbar mit freudiger Hingabe vorm endgültigen Abschied im Wechsel der Zeiten ohne Wahrnehmen der Spuren des schleichenden Sterbens ...